Claudia DESGRANGES
  Die autonome Farbe, ihre Erscheinung auf und ihre Wechselwirkung mit dem Malgrund Aluminium sind das Thema der Werke der Kölner Künstlerin Claudia Desgranges. Die reduzierte Bewegung, sichtbar und nachvollziehbar in einem konzentrierten und disziplinierten Duktus, thematisiert die Zeit in der Entstehung des Farbverlaufs wie auch in dem Zerfließen der Farben ineinander bzw. ihrem Trocknungsprozess.

Die Eigenaktivitäten von Farbe und Aluminiumgrund in ihrer Erscheinung und ihrer Wirkung während der Zeit des Betrachtens bilden eine weitere Ebene der Auseinandersetzung mit den "Zeitstreifen". Es ist die sinnliche Erfahrung von Farbnuancen, ihrem Zusammenwirken und ihrem Eigenwert, potenziert durch den Bildträger Aluminium, der die Farbe trägt und stehen lässt, nicht in sich aufnimmt wie etwa Leinwand, die den Betrachter von Claudia Desgranges" Werken fasziniert. Sowohl in den quadratischen Arbeiten wie in den lang gestreckten "zeitstreifen" spiegelt sich der kontrollierte Prozess der Bildfindung, die Experimentierfreude der Künstlerin.


 

   
 
   
  Thomas KITZINGER
   
 

Auf den ersten Blick könnte man vermuten, bei Kitzingers Bildern handele es sich um so etwas wie Fotorealismus. Allerdings geht es ihm nicht um die subtile Übersetzung spezifisch medialer Phänomene in die traditionelle Technik der Malerei. Vielmehr ist seine Malerei auf eine Weise altmeisterlich, die Tradition und Handwerklichkeit in nicht mehr zu steigernder Perfektion anwendet, zitiert und letztendlich ad absurdum führt. Schicht für Schicht werden Lasuren aufgetragen, die Glätte der Oberfläche wird anschließend mit der Rasierklinge bearbeitet, um auch noch die allerletzten Spuren der Malaktion zu tilgen. Das Produkt solcher Handarbeit gibt sich den Anschein maschineller Fertigung, was bei den neueren Bildern noch verstärkt wird durch die Verwendung von Aluminiumplatten als Bildträger.

Kitzingers Bilderfindungen knüpfen an die Welt der Stillleben an. Haben sich diese – wie andere Bildgattungen auch – historisch aus der liebevollen Schilderung des Ambientes sakrale Themen entwickelt und schließlich zur eigenen Gattung emanzipiert, so verbinden sie in ihrer Blütezeit das Interesse an den kleinen Dingen des Alltags mit der Lust an der Fähigkeit, diese so perfekt wie möglich zur vergegenwärtigen. Mit wissenschaftlicher Akribie werden nicht nur zoologische und botanische Details wiedergegeben, sondern es wird auch das Verhältnis der Dinge zueinander studiert, ihre Erscheinungsweise und Wahrnehmbarkeit im Raum, ihre Stofflichkeit, ihr Verhalten unter dem Einfluss von Licht und Schatten.


Agave, Öl auf Aluminium, 2004
   
 
Aeki, Öl auf Aluminium, 2004
   
Andrea NEUMAN

Mehr als zehn Jahre hat die 1963 in Sad SaIzuflen geborene Künstlerin Andrea Neuman in New York gelebt und gearbeitet. Die Zeit in New York hat sie geprägt. Noch heute hinterlässt die Stadt Spuren in ihrem Werk. Andrea Neuman verbindet in ihren Bildern Malerei und Fotografie. Zunächst fotografiert sie Plätze, Straßen und Menschengetümmel, friert die Bewegungsdynamik von Passanten ein. Viele der Fotografien sind in New York entstanden, allerdings erst seitdem Andrea Neuman wieder in Deutschland lebt. Dann übermalt sie die Fotografien partiell mit Ölfarbe und lenkt so den Blick des Betrachters auf bestimmte Details und Sequenzen. Auf den Arbeiten aus dem Wallstreet-Zyklus hasten Passanten - ihrem urbanen Kontext durch dicke Schichten roter oder blauer Farbe beraubt - kopflos, ameisengleich durch das Bild.
 




   
  EINblicke in die Ausstellung

Raum 1 - Andrea Neuman











Raum 2 - Thomas Kitzinger







Raum 3 - Claudia Desgranges













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